
Gutsmuthsstraße 27/28, 12163 Berlin
Der Titania Palast ist eines der großen Kinomonumente Berlins. Im Januar 1928 im Stil der Neuen Sachlichkeit eröffnet, wurde sein dreissig Meter hoher beleuchteter Eckturm sofort zum Steglitzer Wahrzeichen. Der ursprüngliche Saal fasste knapp zweitausend Zuschauer und beherbergte ein sechzigköpfiges Orchester; in den Nachkriegsjahren gaben die Berliner Philharmoniker hier ihr erstes Konzert, die Freie Universität hielt ihre Gründungsfeier in diesen Mauern ab, und Josephine Baker, Marlene Dietrich und Louis Armstrong beehrten seine Bühne. Nach Jahrzehnten des Dornröschenschlafs wurde das Gebäude 1995 als Fünf-Saal-Cineplex restauriert und bewahrt seine denkmalgeschützte Art-Deco-Fassade. Das Titania zu betreten bedeutet, durch ein Jahrhundert Berliner Kulturgeschichte zu schreiten, verdichtet in einem einzigen Foyer.