
Prager Str. 6, 01069 Dresden
Am 7. Oktober 1972 eröffnet — dem Nationalfeiertag der Deutschen Demokratischen Republik — gehört das Rundkino zu den architektonisch bedeutsamsten Nachkriegsbauten Dresdens. Seine zylindrische Form, fünfzig Meter im Durchmesser und zwanzig Meter hoch, wurde von den Architekten Gerhard Landgraf und Winfried Sziegoleit als Statement sozialistischer Moderne an der Prager Straße entworfen. Das verglaste Erdgeschoss, die Stahlgitterornamente und die emaillierten Aluminiumpaneele schaffen eine Fassade, die zwischen industrieller Präzision und dekorativem Anspruch oszilliert. Der Große Saal, ursprünglich ueber tausend Plätze fassend und nun mit 898, bleibt einer der markantesten Vorstellungsräume Deutschlands. In einer Stadt, deren barockes Erbe berühmt zerstört und mühsam wiederaufgebaut wurde, repräsentiert das Rundkino eine andere Schicht von Dresdens Identität — die kühne, bisweilen utopische Architektur der DDR-Jahre, die ihren eigenen Denkmalschutz verdient.