
Segitzdamm 2, 10969 Berlin
Das fsk Kino am Segitzdamm nahe dem Kottbusser Tor ist ein kollektiv betriebenes Einzelsaalkino, dessen Programm eine der konsequentesten politischen Kurationsentscheidungen Berlins darstellt. Der Fokus liegt auf Weltkino aus Regionen und Perspektiven, die der kommerzielle Verleih weitgehend ignoriert — Westafrika, Südostasien, Lateinamerika, die kurdische Diaspora und viele mehr. Filme werden nicht nach Marktfähigkeit ausgewählt, sondern nach ihrer Fähigkeit, das Verständnis des Publikums für ferne Realitäten neu zu rahmen. Die kollektive Struktur bedeutet, dass Programmentscheidungen durch Diskussion statt hierarchische Vorgabe getroffen werden, und dieser deliberative Prozess zeigt sich in der Kohärenz jedes Monatsprogramms. In Kreuzberg, einem Bezirk, dessen Identität in Protest und Solidarität geschmiedet wurde, ist das fsk ein natürlicher Bestandteil — ein Kino, das jede Vorführung als kleinen Akt politischer Aufmerksamkeit begreift.