
Rosa-Luxemburg-Str. 30, 10178 Berlin
Das 1929 vom visionären expressionistischen Architekten Hans Pölzig errichtete Babylon steht als denkmalgeschütztes Wahrzeichen am Rosa-Luxemburg-Platz im Herzen des ehemaligen Ost-Berlins. Sein einzelner Saal mit rund 400 Plätzen bewahrt die räumliche Dramatik der späten Weimarer Kinoarchitektur — ein seltenes Überbleibsel der großen Filmpalast-Ära. Die originale Schuke-Orgel ist noch vorhanden, und ihre Pfeifen erklingen bei regelmäßigen Stummfilmvorführungen mit Live-Musikbegleitung. Im Sommer bietet ein Dachterrassen-Freiluftkino eine zweite Leinwand unter dem Berliner Himmel. Das Programm setzt auf Repertoire, Klassiker und unabhängige Arbeiten und zieht ein Publikum an, das Kino als kulturelles Ereignis und nicht als blosse Unterhaltung sucht. Kaum ein anderer Ort in der Stadt verkörpert so anschaulich die Kontinuität zwischen Berlins stürmischem zwanzigstem Jahrhundert und seiner heutigen Filmkultur.